Wie wir mit uns selbst umgehen und was wir glauben, beeinflusst in hohem Maße unsere Gesundheit und unsere Lebensqualität. Auf die Frage, ob sie sich mehr Selbstwertgefühl wünschen, antworten die meisten Befragten mit einem klaren Ja, unbedingt! Doch die Wenigsten wissen, wie sie zu mehr positivem Selbstwertgefühl kommen. Das Selbstwertgefühl ist nicht nur die Fähigkeit, die Herausforderungen des Lebens zu meistern, sondern auch das Gefühl, dass Sie es wert sind und verdienen, glücklich zu sein. Dazu gehören das Vertrauen in unseren Verstand und Selbstachtung – die Achtsamkeit gegenüber unseren ureigensten Wünschen und Bedürfnissen, unserem Körper und unseren Gefühlen.

Menschen, denen es an positivem Selbstwertgefühl mangelt, laufen Gefahr zu einer Marionette ihres persönlichen Umfeldes zu werden. Sie sind darauf trainiert ihre Aufgaben zu erfüllen, damit sie Anerkennung und Wertschätzung erhalten. Dadurch passen sie ihr Verhalten an ihre Umgebung an und stellen sich selbst immer wieder in den Hintergrund, und zwar so lange bis es nicht mehr geht. Körperliche Beschwerden, Schmerzen bzw. Krankheiten, zeigen die Grenzen der Selbstlosigkeit auf. Dabei handeln Selbstlose aus gutem Glauben, denn als Kinder wurde ihnen schon frühzeitig beigebracht, dass sie sich nicht so wichtig nehmen und auf andere Rücksicht nehmen sollten. Verinnerlichte Glaubenssätze, wie „Hauptsache, dass es den anderen gut geht“ oder „Das ist eben so im Leben“, erschweren den eingeschlagenen Lebensweg. Trotzdem heißt die Devise unserer Leistungsgesellschaft, immer besser, immer schneller, weil die meisten an einem ungesunden Selbstwertgefühl festhalten … wie lange noch?

Ohne ein starkes Selbstwertgefühl besteht die Gefahr, sich immer mehr von sich selbst zu entfernen. Burnout-PatientInnen berichten, dass sie überhaupt keinen Selbstbezug mehr haben, keine Ahnung von dem, was sie überhaupt wollen oder was ihnen Spaß und Freude bereitet. Wenn die Leistung im Vordergrund steht und schließlich keine Zeit mehr für Erholung bleibt, dann hat das nicht nur Auswirkungen auf das persönliche Glück, sondern es führt auch zur totalen Erschöpfung.

Wenn Sie sich jetzt angesprochen fühlen, Stress, Kopfschmerzen oder andere körperlichen Symptome sich immer wieder bemerkbar machen, dann ist Zeit, das Selbstwertgefühl zu stärken. Es kann nicht sein, dass Sie bis zum Umfallen arbeiten, zu Hause Ihre Familie versorgen, ein einseitiges Diätprogramm durchziehen, damit Ihr Partner Sie attraktiv findet und sich abends im Fitnesscenter stressen. Pause! Es lohnt sich also, dem eigenen Selbstwertgefühl auf die Spur zu kommen.

Die eigene Lebensqualität hängt von Ihrem Selbstwert maßgeblich ab. Drei Faktoren sind für Ihr Selbstwertgefühl entscheidend.

Erstens: Sorgen Sie dafür, dass Sie in Ihrer Mitte bleiben. Nehmen Sie sich täglich ein paar Minuten Zeit für sich und spüren Sie, wie es Ihnen geht und was Sie brauchen.

Zweitens: Achten Sie auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse und richten Sie Ihr Leben danach aus. Finden Sie heraus, was Sie wirklich wollen!

Drittens: Trauen Sie sich Nein-Sagen! Beginnen Sie zu üben und sagen Sie mindestens 3 x pro Tag Nein, wenn Sie sich überrumpelt fühlen.

Mein Tipp: Tun Sie jeden Tag drei Dinge für nur sich. Das können Kleinigkeiten sein, wie zB Ihre Lieblingsmusik hören, einen Freund oder eine Freundin anrufen, ein paar Seiten in einem inspirierenden Buch lesen oder ein kurzer Schaufensterbummel, wenn Sie von der Arbeit nach Hause gehen, usw. Was auch immer Ihnen Spaß und Freude macht, steht dabei im Vordergrund. Es muss weder etwas kosten, noch lange dauern. Wichtig ist nur, dass Sie etwas für sich tun, worauf Sie Lust haben. Am Ende des Tages schenken Sie sich Anerkennung für das, was Sie für sich getan haben und nicht für das was Sie geleistet haben.